Heilpädagogische Kindertagesstätte

Heilpädagogik: Die Vorsilbe “Heil” ist unterschiedlich interpretierbar. Der Begriff leitet sich von dem griechischen „holos“ = „ganz“ ab, wobei „ganz“ auch „Glück“ bedeutet. „Heil“ in Heilpädagogik ist also nicht heilen im medizinischen Sinne, sondern bedeutet eine ganzheitliche Betrachtung, Behandlung und Integration des Menschen.

Der wichtige Grundgedanke der Heilpädagogik ist die „Ganzheitlichkeit“. Aus dem heilpädagogischen Blickwinkel ist der ganze Mensch (d.h. mit seinen Fähigkeiten, Problemen und Ressourcen, sowie seinem sozialen Umfeld) bei der Bearbeitung und Lösung von Problemstellungen zu betrachten und einzubeziehen.

In unserer Heilpädagogischen Kindertagesstätte werden Kinder mit unterschiedlichen Behinderungsarten und –schweregraden sowie unterschiedlichen Entwicklungs- und Verhaltensbeeinträchtigungen betreut und gefördert. Wir möchten die Kinder mit Förderbedarf, entsprechend ihren Fähigkeiten und Möglichkeiten, auf ein selbstständiges und selbstbestimmtes Leben vorbereiten.

Unsere Angebote werden in kindgerechte und spielerische Form, nach den Bedürfnissen des Kindes, in Einzel- oder Gruppensituationen gestaltet. Unsere Förderung bezieht alle Sinneswahrnehmungen und Entwicklungsbereiche ein. Das einzelne Kind mit seiner Lebensgeschichte und seinen individuellen Bedürfnissen steht dabei immer im Mittelpunkt.

Aufnahme:

In unserer Heilpädagogischen Kindertagesstätte können Kinder mit einer drohenden Behinderung (Entwicklungs- und/oder Verhaltensbeeinträchtigung) oder einer vorhandenen Behinderung aufgenommen werden. Dies wird gemeinsam durch das Sozialamt Bautzen, ärztliche Gutachten und die Kindertagesstättenleiterin entschieden.

Für jedes Kind wird ein individueller Förderplan, nach eingehender Anamnese und Beobachtung erstellt. Dieser bildet die Grundlage der pädagogischen Arbeit.

Unsere Gruppen

Durch eine geringe Gruppenstärke können wir dem erhöhten Betreuungs- und Pflegebedarf der Kinder gerecht werden, was oftmals in einer Regel- oder Integrativeinrichtung nicht ausreichend möglich ist.

In drei Gruppen mit je 9 behinderten Kindern können sich die Kinder individuell entfalten und lebenspraktische Fähigkeiten und Fertigkeiten erlernen. Unsere Gruppen sind die Schmetterlinge, Bären und die Zwerge. In jeder Gruppe arbeiten zwei qualifizierte Fachkräfte, um die bestmögliche Förderung jedes Kindes zu ermöglichen.

Nach Abstimmung mit dem Sozialamt, können Kinder, die außerhalb der Stadt Bautzen wohnen durch eine Behindertentransport täglich in die Kindertagesstätte gebracht und abgeholt werden.

Gestaltung des Tagesablaufes

06.30 – 08.00 Uhr
Ankunft der Kinder, freies Spiel, Vorbereitung des Frühstücks
08.00 – 09.00 Uhr
gemeinsames Frühstück, Nachbereitung, hygienische Maßnahmen
09.00 – 09.30 Uhr
Morgenkreis
09.30 – 10.00 Uhr
individuelle Förderangebote
10.00 – 11.00 Uhr
Aufenthalt im Freien, freies Spiel
11.00 – 12.00 Uhr
Mittagessen, Nachbereitung, hygienische Maßnahmen
12.00 – 14.00 Uhr
Mittagsruhe
14.00 – 14.30 Uhr
hygienische Maßnahmen, Vesper
14.30 – 17.00 Uhr
Aufenthalt im Freien, freies Spiel (bis zur Heimfahrt mit dem Fahrdienst oder Abholung durch die Eltern/ Sorgeberechtigten)

Die unterschiedlichen Therapie- und Einzelförderangebote werden in den Tagesablauf eingebunden.

Gesetzliche Grundlagen

Gesetzliche Grundlagen für die Heilpädagogische Kindertagesstätte sind:

- SGB IX – Regelungen für behinderte und von Behinderung bedrohte Menschen
- SGB XII – Eingliederungshilfe für behinderte Menschen
- Vorschriften des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales, Gesundheit, Jugend und Familie für den
   Betrieb von Einrichtungen für Kinder und Jugendliche mit Behinderung (VwVBeh) vom 16.07.2000

Kostenträger und Betreuungskosten

Seit dem 01.02.2006 ist das Landratsamt Bautzen und Sozialamt der örtliche Sozialhilfeträger unser Kostenträger für die Heilpädagogische Kindertagesstätte.

Gemeinsam mit dem Kostenträger wurde ein Kostensatz, für die Betreuung und Förderung der Kinder ausgehandelt.

Vor der Aufnahme in unsere Heilpädagogische Kindertagesstätte muss durch die Eltern beim örtlichen Sozialhilfeträger ein Antrag auf Übernahme der Kosten (Eingliederungshilfe) gestellt werden.

Weitere Betreuungskosten, welche durch die Eltern getragen werden müssen sind 1,00 EUR pro Tag, für Frühstück und Vesper. Dies wird durch die Eltern an die Kindertagesstätte gezahlt.